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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 193,00 € |
191,20 € |
+1,80 € |
+0,94 % |
22.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006766504 |
676650 |
- € |
- € |
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Aurubis kaufen 23.04.2009
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, empfiehlt die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504 / WKN 676650) weiterhin zu kaufen.
Im Rahmen einer Roadshow im Westen des Landes und ihres monatlichen Investoren-Dinners in Frankfurt hätten die Analysten Gelegenheit gehabt, ihren Investoren die Equity-Story der Aurubis AG durch CEO Dr. Bernd Drouven und dem Leiter der IR, Markus Kartenbeck zu erläutern. Der größte europäische Kupferproduzent weise aktuell in etwa einen Marktwert auf, der dem Kaufpreis der 2008 übernommenen Cumerio entspreche. Damit unterstelle die Börse, dass die Akquisition keinen Mehrwert für die Aktionäre ergeben hätte. Dabei habe das Unternehmen die Nettoverschuldung, die nach der Übernahme der Belgier auf über 1 Mrd. EUR angestiegen sei, auf unter 650 Mio. EUR zum Ende des ersten Quartals zurückführen können und dürfte auch im zweiten Quartal hier weitere Fortschritte gemacht haben.
Aufgrund des Kupferpreisanstiegs vom Tief bei 2.912 US-Dollar auf inzwischen 4.800 US-Dollar (Ende Q2: Kupferpreis bei ca. 4.050 US-Dollar) müsste der Konzern eigentlich laut IFRS im Rahmen der Kaufpreisallokation die Bestände der Cumerio (Vorratsbestände bei Übernahme etwa 300 Mio. EUR), die auf etwa 100 Mio. EUR abgewertet worden seien, wieder aufwerten, was zu einer deutlichen Korrektur des Ergebnisses je Aktie des ersten Quartals (EPS Q1: -2,41 EUR) führen könnte.
Jedoch prüfe der Konzern, ob es nicht sinnvoller sei, die hohen Bewertungsschwankungen für die Zukunft zu vermeiden, indem man die Bewertung der Vorratsbestände auf dem jetzigen Niveau belasse. Damit dürfte für den Anleger zukünftig eine objektivere Bewertung der operativen Geschäftsentwicklung ermöglicht werden. Diese dürfte sich nach Erachten der Analysten weiter positiv entwickeln.
Das Unternehmen produziere weiterhin Kathoden auf einem hohen Niveau und sei in der Produktion nur dahingehend etwas eingeschränkt, dass der Altkupfermarkt leer gefegt sei. Der Grund für diese Verknappung liege an der starken Nachfrage nach Kupfer aus China, die auch maßgeblich zum starken Anstieg des Kupferpreises beigetragen habe. Hintergrund sei der Aufbau einer strategischen Reserve der Chinesen, die erstens den Ausbau der Infrastruktur in die ländlichen Regionen vorantreiben würden und entsprechend hohen Kupferbedarf hätten und zudem nach alternativen Anlagen für ihre enormen Überschussreserven, die derzeit noch verstärkt in US-Dollar Treasuries liegen würden, suchen würden. Die enorme Nachfrage Chinas werde auch dadurch deutlich, dass die Kupferpreise an der Börse in Shanghai aktuell knapp 300 US-Dollar über den Kursen der Londoner Metallbörse liegen würden.
Der Einbruch bei der Nachfrage nach Kupferprodukten sei nicht so stark wie beispielsweise der Einbruch in der Stahlindustrie. Das liege laut Dr. Drouven u.a. daran, dass es bei den Kupferverarbeitern keine große Lagerhaltung gebe. Damit erkläre sich teilweise auch die Annahme, dass der Kupferpreis ein guter Frühindikator für die wirtschaftliche Erholungstendenz sei, wobei der Kupferpreisanstieg jedoch maßgeblich von der chinesischen Nachfrage bestimmt worden sei. Es dürfte nicht im Interesse der Chinesen sein, dass sich die Preisdynamik fortsetze. In diesem Zusammenhang würden die Analysten auch die Ankündigung der Chinesen sehen, auf dem aktuellen Niveau wieder Verkäufe zu tätigen, um das hohe Preisniveau zur Gewinnrealisierung zu nutzen. Es dürften jedoch Zweifel angebracht sein, ob das tatsächlich gemacht werde.
Nachdem die Aurubis AG die Cumerio-Akquisition inzwischen sehr gut verkraftet habe, sei der Konzern nicht müde, um sich weiteren Übernahmetargets zu widmen. Man sehe sich in der aktuellen Marktlage nach Zielen in Asien und Südamerika um, wobei insbesondere der asiatische Raum nach Erachten der Analysten als strategisch sinnvoll erscheine. Zur Erinnerung, im Jahre 2006 habe man mit einem chinesischen Joint-Venture-Partner eine Hütte in China geplant, habe dann jedoch angesichts eines Kupferpreises von 7.500 US-Dollar die Pläne verwerfen müssen, da die Kosten für das Working-capital (20% Kupfer müssten zum Hüttenlauf investiert werden und würden bei hohen Kupferpreisen die Kapitalbindung erhöhen) zu hoch gewesen wären.
Die Analysten würden aktuell davon ausgehen, dass Aurubis für Akquisitionen knapp 700 Mio. EUR aufwenden könnte. Dies könnte jedoch angesichts der Zurückhaltung der Banken bei Finanzierungen nicht ohne Kapitalerhöhung erfolgen. Für eine Übernahme rechne man aktuell mit Kaufpreisen von bis zu 500 Mio. US-Dollar. Dank eines soliden Großaktionärs könne Aurubis folglich sorgenfrei in die Zukunft blicken und sehe sich nicht unter Handlungsdruck bei der Übernahme. In Europa könnte sich das Marktumfeld nach Erachten der Analysten deutlich zugunsten der Aurubis entwickeln, denn der ein oder andere Wettbewerber könnte aufgrund des fehlenden Altkupfers Probleme bekommen.
Die Analysten würden die Aurubis auf dem aktuellen Niveau deutlich unterbewertet sehen. Zwar werde es 2009 aufgrund der Bestandsabschreibungen aus dem ersten Quartal eine Herausforderung, diese Effekte mit dem stabilen operativen Geschäft auszugleichen, jedoch würden sie zum einen die finanzielle Stärke des Konzerns, den hohen internationalen Qualitätsstandard und die stabile operative Entwicklung als Garant sehen, dass die Ergebnisse im kommenden Jahr wieder deutlich besser ausfallen würden.
Im Peer-Group-Vergleich würden die Analysten derzeit einen Mittelwert von 24,22 EUR ermitteln, wobei sie bereits die Bewertung nach EV/Umsatz unberücksichtigt gelassen hätten und einen Abschlag von einem Viertel auf den Wert vorgenommen hätten, da in der Vergleichsgruppe einige Kupferminenbetreiber enthalten seien, die deutlich höher bewertet seien. Mit einem fairen Wert aus dem DCF-Modell von über 31,60 EUR (risikoloser Zins: 3,15%, FK-Zinsen: 8%; Eigenkaptialkosten: 11,1%; CFG in TV-Phase: 0%) bestätige sich das Aufwärtspotenzial für die Aurubis AG. Das Kursziel von 28,00 EUR (zuvor: 27,00 EUR) reflektiere den Mittelwert der beiden Verfahrensergebnisse.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aurubis-Aktie. (Analyse vom 23.04.2009) (23.04.2009/ac/a/d)
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